Ständig müde und erschöpft
Sie schlafen acht Stunden und wachen trotzdem wie gerädert auf. Der Tag kostet schon Kraft, bevor er richtig angefangen hat. Am Abend sind Sie zu müde für alles, was Ihnen früher gutgetan hat. Und irgendwann fragen Sie sich, ob Sie sich das nur einbilden.
Keine Lust auf nichts
Am Wochenende steht nichts an, und genau das ist das Problem. Eine Freundin fragt, ob Sie mitkommen, und Sie suchen nach einer Ausrede. Das Buch liegt seit Wochen auf derselben Seite, die Laufschuhe stehen unberührt im Flur. Selbst die Serie, auf die Sie sich früher gefreut haben, läuft nur noch nebenher. Sie haben keine Lust auf nichts und können nicht einmal sagen, warum.
Ich kann mich nicht entscheiden
Im Supermarkt stehen Sie minutenlang vor demselben Regal. Das Stellenangebot ist seit drei Wochen in einem Browser-Tab geöffnet. Die Liste mit Für und Wider haben Sie schon zweimal geschrieben, alle Freundinnen gefragt und sind danach unsicherer als vorher. Und wenn Sie sich endlich entschieden haben, fängt das Zweifeln von vorn an: War das richtig?
Alles zu viel
Der Wäschekorb ist voll, im Postfach liegen ungelesene Nachrichten, die Schule will einen Zettel zurück, Ihre Mutter wartet auf einen Rückruf, und in der Arbeit ist gerade noch ein Projekt dazugekommen. Sie stehen in der Küche und wissen nicht, womit Sie anfangen sollen. Dann fällt eine Tasse um, und Ihnen kommen die Tränen. Nicht wegen der Tasse. Weil alles zu viel ist.
Angst, Fehler zu machen
Sie lesen eine E-Mail fünfmal, bevor Sie sie abschicken. Eine neue Aufgabe schieben Sie vor sich her, weil Sie nicht sicher sind, ob Sie sie gut genug hinbekommen. Abends gehen Sie Gespräche noch einmal durch und suchen nach dem einen Satz, der falsch war. Und wenn tatsächlich etwas schiefgeht, hängt Ihnen das tagelang nach.
Selbstzweifel überwinden
Jemand lobt Ihre Arbeit, und Sie winken ab: "Das war doch nichts." In der Besprechung haben Sie eine Idee, sagen aber lieber nichts. Sie vergleichen sich mit anderen und schneiden jedes Mal schlechter ab. Und wenn etwas gut läuft, wartet im Hinterkopf schon der Gedanke: Bald merken alle, dass ich es eigentlich nicht kann.
Konzentrations-Übungen für Erwachsene
Sie lesen eine Seite und wissen am Ende nicht mehr, was drinstand? Sie fangen drei Dinge an und beenden keins? Damit sind Sie nicht allein, und es liegt nicht an mangelnder Disziplin. Konzentration lässt sich trainieren, ähnlich wie ein Muskel. Am besten funktioniert das mit kurzen Übungen, die Sie regelmäßig machen, und mit kleinen Veränderungen im Alltag.
Prokrastination bei ADHS
Die Steuererklärung liegt seit Wochen auf dem Tisch. Die wichtige Mail ist längst geschrieben, nur nicht abgeschickt. Und jeden Abend nehmen Sie sich vor: Morgen fange ich an. Wenn Sie das kennen, vorneweg das Wichtigste: Das hat nichts mit Faulheit oder fehlendem Willen zu tun. Bei vielen Erwachsenen mit ADHS ist ständiges Aufschieben ein typisches Zeichen, und es lässt sich gut daran arbeiten.
Tagesstruktur bei Depression
Der Wecker klingelt, und schon das Aufstehen fühlt sich an wie ein Berg. Der Tag liegt vor Ihnen, ohne Anfang und ohne Ende. Abends bleibt das Gefühl, nichts geschafft zu haben, obwohl Sie völlig erschöpft sind. Wenn Sie das kennen: Das ist keine Schwäche und keine Frage der Disziplin. Bei einer Depression gehört genau das zum Krankheitsbild.